Gesetzliche Vorschriften zur Kaninchenhaltung
Die Haltung von Kaninchen in Deutschland unterliegt dem Tierschutzgesetz. Dieses Gesetz schreibt vor, dass Kaninchen ausreichend Platz, eine angemessene Ernährung und tierärztliche Versorgung erhalten müssen. Es ist verboten, die Tiere in zu kleinen Käfigen zu halten oder ihnen den sozialen Kontakt zu Artgenossen zu verwehren. Auch die artgerechte Beschäftigung und der Zugang zu frischem Wasser und Futter sind verpflichtend. Bei der Anschaffung sollte man sich bewusst sein, dass die Vernachlässigung der Tiere strafrechtlich geahndet werden kann.
Platzbedarf und Gehegegestaltung
Kaninchen brauchen ausreichend Platz, um zu hoppeln, zu springen und zu graben. Ein artgerechtes Gehege für zwei Kaninchen sollte mindestens eine Grundfläche von 6 Quadratmetern haben. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Tiere im Haus oder im Freien gehalten werden. Ideal ist ein Gehege, das sowohl Innen- als auch Außenbereiche hat. Kaninchen sind sehr aktiv und sollten nicht in kleinen Käfigen gehalten werden, da dies zu Verhaltensstörungen und gesundheitlichen Problemen führen kann. Auch Versteckmöglichkeiten, Tunnel und erhöhte Flächen tragen zu einem artgerechten Lebensraum bei.
Ernährung von Kaninchen
Eine ausgewogene Ernährung ist für die Gesundheit von Kaninchen unerlässlich. Hauptbestandteil der Nahrung ist Heu, das immer in ausreichender Menge verfügbar sein muss. Ergänzt wird die Ernährung durch frisches Gemüse wie Möhren, Gurken, Paprika und verschiedene Salatsorten. Obst sollte nur in Maßen gegeben werden, da der hohe Zuckergehalt Verdauungsprobleme verursachen kann. Kaninchen dürfen kein Getreide, Brot oder andere menschliche Lebensmittel fressen, da diese für ihre Verdauung ungeeignet sind. Frisches Wasser muss immer zur Verfügung stehen.
Sozialverhalten und Gesellschaft
Kaninchen sind sehr soziale Tiere und sollten niemals alleine gehalten werden. Mindestens ein weiterer Artgenosse ist notwendig, um das natürliche Sozialverhalten auszuleben. Einzelhaltung kann zu schweren psychischen und physischen Problemen führen. Ideal ist die Haltung eines kastrierten Männchens und eines Weibchens oder von zwei kastrierten Männchen, um ungewollten Nachwuchs zu vermeiden. Gruppenhaltung ist ebenfalls möglich, erfordert jedoch eine sorgfältige Vergesellschaftung der Tiere.
Tierärztliche Versorgung
Regelmäßige tierärztliche Kontrollen sind notwendig, um die Gesundheit der Kaninchen zu gewährleisten. Impfungen gegen Krankheiten wie RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease) und Myxomatose sind besonders wichtig, da diese Krankheiten oft tödlich verlaufen. Auch die Zähne der Kaninchen müssen regelmäßig überprüft werden, da sie ständig nachwachsen und sich bei falscher Abnutzung entzünden können. Weitere häufige Gesundheitsprobleme sind Verdauungsstörungen und Parasitenbefall. Eine gute tierärztliche Versorgung kann viele dieser Probleme vorbeugen.
Kosten und Verpflichtungen
Die Haltung von Kaninchen ist mit regelmäßigen Kosten verbunden. Neben den Anschaffungskosten für das Gehege, Futter und Spielzeug fallen auch laufende Ausgaben für Tierarztbesuche und Impfungen an. Wer sich für die Haltung von Kaninchen entscheidet, sollte sich bewusst sein, dass die Tiere je nach Rasse 8 bis 12 Jahre alt werden können. Die Versorgung erfordert täglich Zeit, und auch Urlaubszeiten müssen im Voraus geplant werden, da eine Betreuung für die Kaninchen organisiert werden muss.
Kaninchen aus dem Tierheim
In Deutschland gibt es viele Kaninchen in Tierheimen, die ein neues Zuhause suchen. Die Adoption eines Tieres aus dem Tierheim ist oft eine gute Alternative zum Kauf beim Züchter oder im Zoofachhandel. Viele dieser Tiere sind bereits geimpft und kastriert. Die Tierheime bieten zudem Beratung zur artgerechten Haltung und Fütterung. Wer ein Kaninchen aus dem Tierheim adoptiert, hilft nicht nur einem Tier in Not, sondern unterstützt auch die Arbeit der Tierschutzorganisationen.