Ausbildung
Die Ausbildung zum Steuerfachangestellten in Deutschland ist ein anerkannter dualer Ausbildungsberuf, der in der Regel drei Jahre dauert. Sie richtet sich an Personen, die Interesse an steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Themen haben und eine Tätigkeit im steuerberatenden Bereich anstreben. Die Ausbildung erfolgt sowohl in einer Steuerkanzlei, einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft oder einem vergleichbaren Betrieb als auch in der Berufsschule. Während der praktischen Ausbildung im Betrieb übernehmen die Auszubildenden bereits konkrete Aufgaben und werden schrittweise an die beruflichen Tätigkeiten herangeführt. In der Berufsschule wird das theoretische Wissen vermittelt, das für die Arbeit als Steuerfachangestellter notwendig ist.
Die Ausbildung vermittelt umfassende Kenntnisse in Bereichen wie Steuerrecht, Rechnungswesen, Wirtschaftsrecht und betriebswirtschaftlichen Grundlagen. Dazu gehören die Erstellung von Steuererklärungen, die Bearbeitung von Finanzbuchhaltungen und die Vorbereitung von Jahresabschlüssen. Der Ausbildungsweg bietet zudem Einblicke in die Beratung von Mandanten und die Kommunikation mit Finanzämtern. Am Ende der Ausbildung erfolgt eine Abschlussprüfung vor der regionalen Steuerberaterkammer, die sowohl einen schriftlichen als auch einen mündlichen Teil umfasst. Bei erfolgreichem Bestehen erhalten die Auszubildenden den Abschluss als Steuerfachangestellter.
Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung
Die Ausbildung zum Steuerfachangestellten erfordert keinen bestimmten Schulabschluss, allerdings stellen die meisten Betriebe Bewerber mit einem mittleren Bildungsabschluss (Realschulabschluss) oder einer (Fach-)Hochschulreife ein. Besonders geeignete Kandidaten verfügen über gute Noten in den Fächern Mathematik, Deutsch und Wirtschaft, da diese Kenntnisse für die tägliche Arbeit von Bedeutung sind.
Ein gutes Zahlenverständnis ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für angehende Steuerfachangestellte, da ein Großteil der Arbeit mit der Berechnung von Steuern, der Finanzbuchhaltung und der Erstellung von Jahresabschlüssen zu tun hat. Darüber hinaus sollten Bewerber sorgfältig und genau arbeiten können, da die Tätigkeit mit einer hohen Verantwortung gegenüber Mandanten und dem Finanzamt verbunden ist.
Gute kommunikative Fähigkeiten und Ausdrucksvermögen sind ebenso wichtig, da Steuerfachangestellte regelmäßig mit Mandanten, Behörden und Kollegen interagieren. Ein grundlegendes Interesse an steuerlichen und wirtschaftlichen Themen ist ebenfalls von Vorteil, um die Inhalte der Ausbildung leichter zu erfassen und in der Praxis anzuwenden.
Darüber hinaus verlangen viele Ausbildungsbetriebe Zuverlässigkeit, Diskretion und eine gewisse Affinität zur Arbeit am Computer. Erste Erfahrungen mit Textverarbeitungs- und Tabellenkalkulationsprogrammen können von Vorteil sein. Bewerber sollten außerdem die Bereitschaft mitbringen, sich stetig weiterzubilden, da sich Steuergesetze und Richtlinien regelmäßig ändern.
Ausbildungsaufbau und Ausbildungsinhalte
Im Ausbildungsbetrieb
Die Ausbildung zum Steuerfachangestellten im Betrieb ist in drei Lehrjahre unterteilt. In jedem Lehrjahr erweitern sich die Aufgabenbereiche und die Verantwortung der Auszubildenden schrittweise.
- Erstes Lehrjahr: Die Auszubildenden lernen grundlegende Tätigkeiten wie die Buchung von Geschäftsvorfällen, die Vorbereitung von Steuererklärungen und den Umgang mit verschiedenen Belegen. Einfache Aufgaben in der Finanzbuchhaltung und die Erfassung von Rechnungen gehören ebenfalls dazu.
- Zweites Lehrjahr: Die Aufgaben werden komplexer. Dazu gehören die Erstellung von Steuererklärungen für verschiedene Steuerarten, die Berechnung von Umsatzsteuervoranmeldungen und die Vorbereitung von Lohn- und Gehaltsabrechnungen. Die Auszubildenden arbeiten zunehmend selbstständig und kommunizieren mit Finanzämtern und Mandanten.
- Drittes Lehrjahr: Im letzten Ausbildungsjahr erstellen die Auszubildenden eigenständig Finanzbuchhaltungen und Jahresabschlüsse für kleinere Unternehmen. Sie unterstützen bei Betriebsprüfungen und beraten Mandanten zu steuerlichen Fragestellungen. Die Vorbereitung auf die Abschlussprüfung nimmt in diesem Jahr einen wichtigen Platz ein.
Die praktische Ausbildung im Betrieb schließt mit der Anmeldung zur Abschlussprüfung vor der regionalen Steuerberaterkammer.
In der Berufsschule
Der Unterricht in der Berufsschule begleitet die gesamte Ausbildung und gliedert sich ebenfalls in drei Lehrjahre. Der Stoff wird kontinuierlich vertieft und erweitert, um die theoretischen Grundlagen für die praktische Arbeit zu festigen.
- Erstes Lehrjahr: Grundlagen des Rechnungswesens, einfache Buchführung, Einführung in das Steuerrecht (z. B. Einkommenssteuer), Wirtschaftslehre und Büroorganisation.
- Zweites Lehrjahr: Vertiefung der Steuerlehre (z. B. Umsatzsteuer und Gewerbesteuer), erweiterte Buchführung, Erstellung von Lohn- und Gehaltsabrechnungen, Grundlagen des Handelsrechts und Bürgerlichen Rechts.
- Drittes Lehrjahr: Bilanzierung, Erstellung von Jahresabschlüssen, komplexe Steuererklärungen, Wirtschaftsrecht, Prüfungsvorbereitung sowie Mandantenbetreuung und Kommunikationstechniken.
Die Abschlussprüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil und wird vor der zuständigen Steuerberaterkammer abgelegt. Der schriftliche Teil umfasst die Prüfungsfächer Steuerwesen, Rechnungswesen und Wirtschafts- und Sozialkunde. Der mündliche Teil beinhaltet ein Prüfungsgespräch zu praxisbezogenen Themen.