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Ausbildungsinhalte

Ausbildungsaufbau und Ausbildungsinhalte bei der Ausbildung zum Steuerfachangestellten 2025

Die Ausbildung zum Steuerfachangestellten dauert drei Jahre und gliedert sich in einen praktischen Teil in Steuerkanzleien und einen schulischen Teil in Berufsschulen. Ausbildungsinhalte umfassen Steuerrecht, Rechnungswesen, Wirtschaftsrecht und Mandantenbetreuung.  

Dauer und Struktur der Ausbildung

Die Ausbildung zum Steuerfachangestellten dauert in der Regel drei Jahre und findet im dualen System statt. Dies bedeutet, dass die Auszubildenden sowohl in einem Ausbildungsbetrieb, meist einer Steuerkanzlei, arbeiten, als auch regelmäßig die Berufsschule besuchen. Je nach Bundesland und Ausbildungsbetrieb variiert die Verteilung von praktischer Arbeit und schulischem Unterricht. Oft besuchen die Auszubildenden ein- bis zweimal pro Woche die Berufsschule oder haben Blockunterricht in mehrwöchigen Phasen.

Für Abiturienten oder Personen mit einer bereits abgeschlossenen Berufsausbildung besteht die Möglichkeit, die Ausbildungsdauer auf zwei oder zweieinhalb Jahre zu verkürzen. Eine Verkürzung muss bei der zuständigen Steuerberaterkammer beantragt und vom Ausbildungsbetrieb unterstützt werden. Während der gesamten Ausbildung werden die Auszubildenden von einem Steuerberater oder einer Steuerberaterin betreut.

Praktische Ausbildung im Ausbildungsbetrieb

Der praktische Teil der Ausbildung findet überwiegend in einer Steuerkanzlei oder einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft statt. Hier werden die Auszubildenden Schritt für Schritt an die täglichen Aufgaben eines Steuerfachangestellten herangeführt. Dazu gehören:

  • Erstellung von Finanzbuchhaltungen für verschiedene Mandanten
  • Prüfung von Belegen und deren korrekte Erfassung
  • Erstellung von Steuererklärungen, wie Einkommensteuer-, Umsatzsteuer- oder Gewerbesteuererklärungen
  • Vorbereitung von Jahresabschlüssen für Unternehmen
  • Erstellung von Lohn- und Gehaltsabrechnungen für Mandanten
  • Kommunikation mit Finanzämtern und anderen Behörden
  • Vorbereitung von Steuerbescheiden und Einspruchsverfahren

Die praktische Ausbildung vermittelt den Auszubildenden einen umfassenden Einblick in die Arbeit einer Steuerkanzlei und fördert die Fähigkeit, eigenständig zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen. In vielen Kanzleien wird mit spezieller Buchhaltungssoftware wie DATEV, Lexware oder Addison gearbeitet.

Theoretische Ausbildung in der Berufsschule

Parallel zur praktischen Arbeit besuchen die Auszubildenden die Berufsschule. Hier werden die theoretischen Grundlagen für die Tätigkeit als Steuerfachangestellter vermittelt. Der Unterricht umfasst mehrere Kernbereiche:

  • Steuerlehre: Grundlagen des deutschen Steuerrechts, verschiedene Steuerarten wie Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer
  • Rechnungswesen: Finanzbuchhaltung, Bilanzierung, Gewinn- und Verlustrechnung, Kontenrahmen
  • Wirtschafts- und Sozialkunde: Grundlagen des Wirtschaftsrechts, Arbeitsrecht, Sozialversicherungsrecht und betriebswirtschaftliche Abläufe
  • Datenverarbeitung: Anwendung von Buchführungssoftware und digitalen Tools
  • Kommunikation und Mandantenbetreuung: Schriftverkehr, Mandantengespräche und professionelle Kommunikation

Die Berufsschule vermittelt den Auszubildenden das theoretische Wissen, das sie für ihre praktischen Aufgaben benötigen. Regelmäßige Leistungsüberprüfungen und Klassenarbeiten helfen dabei, den Lernfortschritt zu messen und gezielt auf die Abschlussprüfung vorzubereiten.

Steuerrecht als Kerninhalt der Ausbildung

Steuerrecht ist der zentrale Bestandteil der Ausbildung zum Steuerfachangestellten. Auszubildende lernen die Grundlagen des deutschen Steuersystems, die verschiedenen Steuerarten und ihre Anwendung in der Praxis kennen. Dazu gehören:

  • Einkommensteuer für Privatpersonen und Freiberufler
  • Umsatzsteuer für Unternehmen und Selbstständige
  • Körperschaftsteuer für Kapitalgesellschaften
  • Gewerbesteuer für gewerbliche Betriebe
  • Lohnsteuer für Arbeitnehmer

Die Auszubildenden lernen, wie man Steuererklärungen korrekt erstellt, Fristen einhält und Steuerbescheide prüft. Das Verständnis für steuerliche Zusammenhänge ist essenziell, um Mandanten sicher und kompetent beraten zu können.

Rechnungswesen und Buchführung

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausbildung ist das Rechnungswesen. Steuerfachangestellte lernen, wie Geschäftsvorfälle systematisch erfasst und korrekt verbucht werden. Die Hauptaufgaben im Rechnungswesen umfassen:

  • Erstellen von Finanzbuchhaltungen
  • Durchführen von Abschreibungen
  • Erstellen von Jahresabschlüssen und Bilanzen
  • Gewinn- und Verlustrechnungen

Diese Kenntnisse sind wichtig, um die wirtschaftliche Lage von Unternehmen beurteilen und gesetzliche Anforderungen erfüllen zu können. Buchführung ist die Grundlage für viele steuerliche Aufgaben.

Wirtschaftsrecht und Betriebswirtschaftslehre

In der Berufsschule werden auch Grundlagen des Wirtschaftsrechts und der Betriebswirtschaftslehre vermittelt. Steuerfachangestellte lernen:

  • Rechtsformen von Unternehmen (z. B. Einzelunternehmen, GmbH, AG)
  • Handelsrechtliche Vorschriften
  • Vertragsrecht und Haftungsfragen
  • Betriebswirtschaftliche Kennzahlen und Analysen

Dieses Wissen hilft, die steuerlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen von Unternehmen besser zu verstehen.

Kommunikation und Mandantenbetreuung

Ein wichtiger Teil der Ausbildung ist die Kommunikation mit Mandanten. Steuerfachangestellte müssen in der Lage sein, komplexe steuerliche Sachverhalte verständlich zu erklären. Zu den Kommunikationsaufgaben gehören:

  • Beratung von Mandanten
  • Schriftverkehr mit Finanzämtern und Behörden
  • Vorbereitung von Besprechungen
  • Klärung von Rückfragen zu Steuerbescheiden

Gute Kommunikationsfähigkeiten sind wichtig, um eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Mandanten sicherzustellen.

Prüfungen und Abschluss

Die Ausbildung endet mit einer Abschlussprüfung, die von der Steuerberaterkammer organisiert wird. Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Die schriftliche Prüfung umfasst die Fächer:

  • Steuerwesen
  • Rechnungswesen
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Im mündlichen Teil findet ein Fachgespräch statt, bei dem praxisnahe Fälle behandelt werden. Nach erfolgreicher Prüfung erhalten die Auszubildenden den Titel „Steuerfachangestellter“.

Weiterbildungsmöglichkeiten

Nach der Ausbildung gibt es zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten, z. B.:

  • Weiterbildung zum Steuerfachwirt
  • Fortbildung zum Bilanzbuchhalter
  • Studium der Betriebswirtschaftslehre oder Steuerlehre
  • Prüfung zum Steuerberater nach Berufserfahrung

Die Ausbildung zum Steuerfachangestellten bietet somit vielfältige Karrieremöglichkeiten.

How2Live prüft Einträge sorgfältig, haftet jedoch nicht.

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