Einleitung
Die Ausbildung zum Physiotherapeuten in Deutschland ist anspruchsvoll und dauert in der Regel drei Jahre. Während dieser Zeit stellt sich für viele Auszubildende die Frage nach der finanziellen Unterstützung und den Fördermöglichkeiten. Die Ausbildungsvergütung variiert je nach Ausbildungsmodell, ob in staatlichen oder privaten Schulen. Es gibt verschiedene finanzielle Fördermöglichkeiten, die angehende Physiotherapeuten in Anspruch nehmen können, um ihre Ausbildung zu finanzieren.
Ausbildungsvergütung in der Physiotherapie
1. Staatliche Schulen mit Vergütung
In Deutschland bieten einige staatliche Berufsfachschulen in Zusammenarbeit mit Krankenhäusern oder Kliniken eine vergütete Ausbildung an. Die Vergütung erfolgt nach Tarifverträgen des öffentlichen Dienstes (TVöD) oder kirchlichen Tarifverträgen. Diese Ausbildungsplätze sind jedoch begrenzt und stark nachgefragt.
Beispiel für eine Ausbildungsvergütung nach TVöD:
- 1. Ausbildungsjahr: ca. 1.100 Euro brutto pro Monat
- 2. Ausbildungsjahr: ca. 1.150 Euro brutto pro Monat
- 3. Ausbildungsjahr: ca. 1.250 Euro brutto pro Monat
Die Höhe der Vergütung kann je nach Bundesland und Tarifvertrag variieren.
2. Private Schulen ohne Vergütung
Viele Physiotherapeuten absolvieren ihre Ausbildung an privaten Berufsfachschulen. Hier erhalten die Schüler in der Regel keine Ausbildungsvergütung. Stattdessen müssen sie Schulgebühren zahlen. Diese Gebühren variieren je nach Schule und Region und können zwischen 300 und 500 Euro pro Monat betragen.
Beispiel für typische Kosten:
- Monatliche Schulgebühren: 350 bis 500 Euro
- Einmalige Prüfungsgebühren: 100 bis 300 Euro
- Materialkosten: Für Bücher, Arbeitskleidung und Therapieutensilien etwa 500 bis 1.000 Euro über die gesamte Ausbildung.
Um diese Kosten zu decken, stehen verschiedene Fördermöglichkeiten zur Verfügung.
Fördermöglichkeiten für die Ausbildung
1. BAföG (Bundesausbildungsförderungsgesetz)
BAföG ist eine staatliche Unterstützung für Schüler und Studierende. Auch angehende Physiotherapeuten können Schüler-BAföG beantragen, wenn die Ausbildung an einer staatlich anerkannten Schule erfolgt.
Voraussetzungen für BAföG:
- Die Ausbildung erfolgt in Vollzeit.
- Der Bewerber darf eine bestimmte Altersgrenze (in der Regel 30 Jahre) nicht überschreiten.
- Die Ausbildungsstätte muss staatlich anerkannt sein.
Höhe der Förderung:
Die Höhe des BAföG richtet sich nach dem Einkommen der Eltern, der Wohnsituation (bei den Eltern oder auswärts) und anderen Faktoren. Der Höchstbetrag liegt bei etwa 781 Euro monatlich für Schüler, die nicht bei den Eltern wohnen.
2. Bildungskredit
Der Bildungskredit der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) ist eine weitere Möglichkeit zur finanziellen Unterstützung. Er kann zusätzlich zu BAföG beantragt werden und ist unabhängig vom Einkommen der Eltern.
Details zum Bildungskredit:
- Zinsgünstiger Kredit von bis zu 7.200 Euro.
- Flexible Auszahlung in monatlichen Raten (bis zu 300 Euro pro Monat).
- Rückzahlung erst nach Abschluss der Ausbildung.
3. Stipendien
Verschiedene Stiftungen und Förderprogramme bieten Stipendien für angehende Physiotherapeuten an. Diese Stipendien richten sich an besonders begabte oder engagierte Schüler.
Beispiele für Stipendien:
- Deutschlandstipendium: Förderung von 300 Euro pro Monat für leistungsstarke und engagierte Schüler.
- Begabtenförderungswerke: Unterstützung für Auszubildende mit herausragenden schulischen Leistungen.
4. Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit
Unter bestimmten Voraussetzungen können angehende Physiotherapeuten einen Bildungsgutschein von der Agentur für Arbeit erhalten. Dies gilt vor allem für Umschulungen oder Weiterbildungen.
Voraussetzungen:
- Die Ausbildung ist notwendig für die berufliche Eingliederung.
- Eine vorherige Beratung bei der Agentur für Arbeit.
5. Unterstützung durch Bundesländer
Einige Bundesländer bieten spezielle Förderprogramme für Gesundheitsberufe an. Dazu gehören Zuschüsse zu Schulgeldern oder Unterstützung bei den Lebenshaltungskosten.
Steuerliche Vorteile
Auszubildende können Ausbildungskosten steuerlich geltend machen. Dazu gehören:
- Schulgebühren: Absetzbarkeit als Werbungskosten oder Sonderausgaben.
- Materialkosten: Bücher, Arbeitskleidung, Fachzeitschriften.
- Fahrtkosten: Kosten für die Fahrt zur Ausbildungsstätte.
Zusätzliche Verdienstmöglichkeiten während der Ausbildung
Um die Ausbildungskosten zu decken, arbeiten viele angehende Physiotherapeuten neben der Ausbildung in Teilzeit. Typische Nebenjobs sind:
- Physiotherapie-Helfer: Assistenz in einer Praxis oder Klinik.
- Sportbetreuer: Arbeit in Fitnessstudios oder Vereinen.
- Nachhilfe oder Kurse: Gezielte Unterstützung für Mitschüler oder Fitnesskurse anbieten.