Zielgruppe und Voraussetzungen
Abiturientenprogramme richten sich gezielt an Schulabgänger mit Abitur oder Fachhochschulreife. Die Teilnehmer müssen neben der schulischen Qualifikation ein hohes Maß an Eigeninitiative und Belastbarkeit mitbringen, da die Programme sehr anspruchsvoll sind. Besonders geeignet sind die Programme für Personen, die möglichst schnell in die Berufswelt einsteigen und gleichzeitig eine höhere berufliche Qualifikation erwerben möchten.
Kombination von Ausbildung und Fortbildung
Das Besondere an Abiturientenprogrammen ist die Kombination aus einer dualen Berufsausbildung und einer weiterführenden Fortbildung. Die Teilnehmer absolvieren zunächst eine anerkannte Berufsausbildung, zum Beispiel zum Kaufmann im Einzelhandel, und nehmen parallel oder im Anschluss an einer Fortbildung teil, die auf eine gehobene Position im Unternehmen vorbereitet. Häufige Fortbildungsabschlüsse sind der Handelsfachwirt oder Betriebswirt.
Dauer und Struktur
Abiturientenprogramme sind in der Regel kürzer als eine klassische duale Ausbildung mit anschließender Fortbildung. Sie dauern meist zwischen zwei und drei Jahren. In dieser Zeit durchlaufen die Teilnehmer eine intensive Ausbildung im Betrieb, kombiniert mit theoretischem Unterricht an Berufsschulen und Fortbildungsakademien. Die Programme sind straff organisiert, um in kurzer Zeit sowohl die Berufsausbildung als auch die weiterführende Qualifikation zu vermitteln.
Praktische Ausbildung im Betrieb
Wie bei einer klassischen dualen Ausbildung arbeiten die Teilnehmer eines Abiturientenprogramms überwiegend im Betrieb. Sie lernen alle relevanten Aufgaben und Abläufe ihres Berufsfelds kennen und wenden theoretisches Wissen direkt in der Praxis an. Die praktische Ausbildung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit erfahrenen Kollegen und Ausbildern, die die Teilnehmer gezielt auf ihre künftigen Aufgaben vorbereiten.
Theoretische Ausbildung und Fortbildung
Neben der praktischen Arbeit im Betrieb nehmen die Teilnehmer an Berufsschulunterricht und Fortbildungsmaßnahmen teil. Der theoretische Teil der Ausbildung umfasst fachspezifische Inhalte, die auf den jeweiligen Beruf abgestimmt sind. In der Fortbildung erlernen die Teilnehmer zusätzliche betriebswirtschaftliche und managementbezogene Kenntnisse, die sie auf Führungspositionen vorbereiten. Der Unterricht findet in der Regel in Blockphasen oder parallel zur praktischen Ausbildung statt.
Abschlüsse und Anerkennung
Am Ende des Abiturientenprogramms erwerben die Teilnehmer zwei Abschlüsse: einen anerkannten Berufsabschluss, wie etwa den Kaufmann im Einzelhandel oder Industriekaufmann, und eine Fortbildungsqualifikation, beispielsweise den Handelsfachwirt oder Betriebswirt. Beide Abschlüsse sind staatlich anerkannt und eröffnen den Absolventen vielfältige Karrieremöglichkeiten. Die Fortbildungsabschlüsse sind zudem oft auf den europäischen Qualifikationsrahmen (EQR) abgestimmt und international anerkannt.
Vergütung während des Programms
Die Teilnehmer eines Abiturientenprogramms erhalten während der gesamten Ausbildungs- und Fortbildungszeit eine Vergütung. Diese richtet sich in der Regel nach dem Ausbildungsberuf und den branchenüblichen Tarifen. In vielen Fällen ist die Vergütung höher als bei klassischen Auszubildenden, da die Programme anspruchsvoller sind und auf qualifizierte Abiturienten abzielen. Die Höhe der Vergütung kann je nach Unternehmen und Branche variieren.
Berufliche Perspektiven nach dem Programm
Absolventen eines Abiturientenprogramms haben hervorragende Karrierechancen. Aufgrund ihrer umfassenden Ausbildung und der zusätzlichen Fortbildung sind sie bestens auf verantwortungsvolle Positionen vorbereitet. Besonders im Handel und in der Dienstleistungsbranche sind Absolventen als Filial- oder Abteilungsleiter gefragt. Zudem haben sie die Möglichkeit, sich durch weitere Fortbildungen oder ein anschließendes Studium noch weiter zu qualifizieren. Viele Unternehmen bieten ihren Absolventen direkt nach dem Programm eine Übernahme in eine Führungsposition an.
Vorteile für Unternehmen
Unternehmen profitieren von Abiturientenprogrammen, da sie in kurzer Zeit hochqualifizierte Fach- und Führungskräfte ausbilden können. Die Programme ermöglichen es den Betrieben, engagierte Nachwuchskräfte frühzeitig zu binden und gezielt auf die Anforderungen des Unternehmens vorzubereiten. Zudem können Unternehmen durch die enge Zusammenarbeit mit den Teilnehmern sicherstellen, dass diese die betrieblichen Abläufe und Strukturen von Anfang an kennenlernen und verinnerlichen.