Berufliche Qualifikation als Grundlage
Nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung bringt der angehende Unternehmer bereits fundierte fachliche Kenntnisse und praktische Erfahrung mit. Besonders in Handwerksberufen sind zusätzliche Qualifikationen, wie der Meisterbrief, für die Gründung notwendig. In kaufmännischen und anderen Ausbildungsberufen ist die Berufsausbildung oft ausreichend, um ein eigenes Gewerbe anzumelden.
Rechtliche Voraussetzungen für die Unternehmensgründung
Je nach Branche gelten unterschiedliche gesetzliche Bestimmungen. Handwerksberufe, die in der Handwerksordnung gelistet sind, erfordern oft den Meistertitel, um einen eigenen Betrieb zu eröffnen. Alternativ können Berufserfahrung oder eine Ausübungsberechtigung die Gründung ermöglichen. Die Wahl der Rechtsform – beispielsweise Einzelunternehmen, GbR oder GmbH – bestimmt die Haftung und steuerlichen Pflichten des Unternehmens. Ein Eintrag ins Handelsregister ist bei Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften Pflicht.
Gewerbeanmeldung und Behördenkontakte
Zur Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit ist eine Gewerbeanmeldung beim zuständigen Gewerbeamt erforderlich. Für Handwerksbetriebe kommt zusätzlich die Eintragung in die Handwerksrolle bei der Handwerkskammer hinzu. Je nach Unternehmensbereich können weitere Genehmigungen, wie beispielsweise eine Gaststättenerlaubnis, notwendig sein. Außerdem muss das Unternehmen bei der Berufsgenossenschaft angemeldet werden, um den Arbeitsschutz sicherzustellen.
Erstellung eines Businessplans
Ein Businessplan bildet das Fundament der Unternehmensgründung. Er enthält die Geschäftsidee, eine Marktanalyse, die Zielgruppenbestimmung und die Marketingstrategie. Außerdem werden im Businessplan die finanziellen Planungen festgehalten: Gründungskosten, laufende Betriebsausgaben und Umsatzerwartungen. Dieser Plan ist nicht nur für den Gründer selbst, sondern auch für mögliche Investoren oder Banken wichtig, um eine Finanzierung zu erhalten.
Finanzierungsmöglichkeiten für Gründer
Die Finanzierung einer Unternehmensgründung nach einer Berufsausbildung kann über Eigenkapital, Kredite, Förderprogramme oder Beteiligungen erfolgen. Die KfW-Bank bietet spezielle Gründerkredite an, die besonders günstige Konditionen haben. Existenzgründer, die aus der Arbeitslosigkeit heraus gründen, können zudem den Gründungszuschuss der Bundesagentur für Arbeit in Anspruch nehmen. Auch das Handwerkskammer-Startgeld oder Mikrokredite sind für kleinere Gründungsprojekte eine Option.
Versicherungen und Absicherung
Der Schutz des Unternehmens und der eigenen Person ist ein wichtiger Faktor. Neben der Betriebshaftpflichtversicherung sind je nach Branche Berufshaftpflicht-, Maschinenbruch- oder Inhaltsversicherungen relevant. Zusätzlich sollten Unternehmer private Vorsorgemaßnahmen wie eine Krankenversicherung, eine Berufsunfähigkeitsversicherung und eine Altersvorsorge einplanen, um langfristig abgesichert zu sein.
Marketing und Kundenakquise
Ein solides Marketingkonzept ist entscheidend für den Erfolg des Unternehmens. Neben der Gestaltung einer professionellen Website und der Nutzung von Social-Media-Kanälen sind klassische Werbemaßnahmen wie Flyer oder Anzeigen in regionalen Zeitungen wichtig. Empfehlungsmarketing und Netzwerken, zum Beispiel in regionalen Unternehmerverbänden, können ebenfalls helfen, neue Kunden zu gewinnen und sich in der Branche zu etablieren.
Buchhaltung und steuerliche Pflichten
Unternehmer sind verpflichtet, eine ordnungsgemäße Buchführung zu gewährleisten. Die Pflicht zur doppelten Buchführung hängt von der gewählten Rechtsform und dem Jahresumsatz ab. Für kleine Unternehmen genügt oft eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR). Umsatzsteuer, Gewerbesteuer und Einkommenssteuer müssen regelmäßig an das Finanzamt abgeführt werden. Externe Steuerberater können bei der Erfüllung dieser Aufgaben unterstützen.
Unterstützungsangebote für Gründer
Existenzgründer können von verschiedenen Beratungs- und Förderprogrammen profitieren. Die Industrie- und Handelskammern (IHK) und Handwerkskammern bieten regelmäßig Gründungsseminare und persönliche Beratungen an. Auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) stellt über das „EXIST“-Programm und Gründerplattformen umfangreiche Informationen zur Verfügung. Das Netzwerk „Gründerregion“ bietet eine regionale Unterstützung, die auf die Bedürfnisse junger Unternehmer abgestimmt ist.
Förderung durch Weiterbildungen
Weiterbildungen können die Erfolgschancen für Gründer nach einer Berufsausbildung erheblich steigern. Fachkurse zur Betriebsführung, Finanzierung und Unternehmenssteuerung vermitteln betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Außerdem bieten viele Handwerkskammern spezielle Meisterkurse und Unternehmerlehrgänge an. Ein Fokus auf digitale Kompetenzen, wie E-Commerce oder Online-Marketing, ist ebenfalls empfehlenswert.